TREFFPUNKT

Nicht ohne Grund sagt man, dass die Küche der Spiegel unserer Gesellschaft ist. MIt unserem Partner Michael Rollenske von Plana Küchenland machten wir eine Zeitreise durch die Historie dieses kulturellen Raumes. Von der Frankfurter Küche bis zur Vollintegration in den Wohnbereich. Bedingt durch die Industrialisierung und den Platzmangel im sozialen Wohnungsbau entwickelte die Archtektin Margarete Schütte-lihotzky in den 1920er Jahren eine Standardküche auf maximalen 6,5qm.
Gegensätzlicher könnte der Unterschied zu unserem heutigen Lebensmittelpunkt nicht sein! Zwar gilt immer noch das Prinzip des „form follows function“ und der Reduktion auf das Wesentliche. Doch stellt sich immer mehr die Frage: wo hört Küche auf und wo fängt Wohnen an? Als der Kommunikationsmittelpunkt unseres Zuhauses lässt sich die Küche fast nicht mehr von unseren Wohnmöbeln unterscheiden.

1920 erfand die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky die „Frankfurter Küche“. Was sind Eure Erinnerungen daran? Bis wann herrschte dieser „Trend“?
„An 1920 kann ich mich nur noch schwach erinnern... Aber dennoch an Folgendes: es war im Prinzip der Startschuss der „zusammenhängenden“ Einbauküche und somit auch die Grundlage dessen, was wir heute als Einbauküche betrachten. In vielen Objekten finden wir noch heute den klassischen Schnitt der Frankfurter Küche wieder. So haben wir das auch in unserer Ausstellung aufgegriffen, wie zum Beispiel in dem mit unseren Partnern gestalteten Loftbereich: Hier wurden drei Küchenräume abgebildet, die von den Maßen her dem Frankfurter Schnitt entsprechen. In der Gestaltung haben wir bewusst drei komplett unterschiedliche Konzeptionen umgesetzt. Damit wollen wir unseren Kunden ermutigen und inspirieren. Das auch auf kleinstem Raum tolle
Möglichkeiten bestehen eine ansprechende Küche zu planen.

Heute leben wir in „Lebensbereichen“. Die Küche zählt nun zum „Wohnbereich“. Warum, Herr Rollenske?
„Das lässt sich einfach beantworten! Zum einen forciert die moderne Architektur die Integration der Küche in den Lebensbereich. Zum Anderen ermöglichen uns die heutigen Gestaltungsmöglichkeiten den Bereich der Küche lebens- und liebenswert zu gestalten. Die Küche kann wunderbar in Szene gesetzt werden
und ist optisch längst der klassischen Frankfurter Küche entwachsen Geräusche, Gerüche und andere Sinneseindrücke können so beeinflusst und gesteuert werden, das ein unkompliziertes Miteinander mit anderen Wohnbereichen möglich ist. Modernste Ablufttechnik sorgt auch in der off enen Küche für gute Luft. Leise
Geräte sorgen für ein Minimum an Lärmbelästigung. Es gibt so viele Möglichkeiten...“


Die Küche ist heute zum zentralen Dreh- und Angelpunkt im Familienleben geworden. Herr Peric, worauf wird dabei wert gelegt?
„Wichtig ist eine funktionelle und ergonomische Planung und in gleichem Maße auch eine ansprechende Gestaltung, die einlädt sich in der Küche aufzuhalten.“

Wie hat sich das Thema Küche und Kochen in den letzten Jahren gewandelt?
„Zu den bereits genannten Punkten ist eine stark zunehmende Aufmerksamkeit der Menschen für Ernährung und Lebensqualität zu beobachten. Die Küche ist schon lange nicht mehr nur für die schnöde Nahrungsversorgung verantwortlich. Sie ist der Ort an dem Menschen zusammenkommen, Spaß und Freude haben und der somit auch in erheblichem Maße zur Lebensqualität beiträgt.“